TIPS

Die Pfortader ist eine große Vene, die das Blut aus Magen, Darm, Milz und Bauchspeicheldrüse sammelt und zur Leber leitet. Von dort fließt das Blut weiter zur unteren Hohlvene und zum Herzen. Der Blutstrom in der Pfortader kann durch eine Gerinnselbildung (Thrombose) oder durch eine chronische Leberverhärtung (Zirrhose) behindert sein. Folge davon ist ein Pfortaderhochdruck, der zur Bildung von Krampfadern des Magens und der Speiseröhre, zur Bauchwassersucht und zur Milzvergrößerung führen kann. Insbesondere durch mögliche Krampfaderblutungen besteht akute Lebensgefahr. Akute Blutungen des Magens oder der Speiseröhre können durch Einspritzungen und mittels Laser unter Anwendung eines optischen Instruments (Endoskop), sowie durch Drucksonden oder die Daueranwendung von Medikamenten behandelt werden.

Zur Verhinderung des Blutstaus vor der Leber aufgrund des Pfortaderhochdrucks bestehen ausserdem chirurgische Behandlungsmöglichkeiten, indem die Pfortader oder die Milzvene durchtrennt und mit anderen Gefäßen verbunden werden, um so für eine Entlastung des Blutstaus vor der Leber zu sorgen. Eine weitere Möglichkeit ist die Einpflanzung einer Gefäßstütze, eines sogenannten Stents, der eine Verbindung zwischen Pfortader und des Hohlvenensystems unter teilweiser Umgehung der Durchblutung der Leber schaffen und so eine Abflussmöglichkeit für das Blut herstellen soll.

Obwohl die chirurgische Behandlung des Pfortaderhochdrucks eine sehr wirksame Therapiemöglichkeit ist, wird sie durch mögliche Komplikationen aufgrund des großen Eingriffs mit Eröffnung des Bauchraumes beeinträchtigt. Eine Alternative mit geringerem Behandlungsrisiko ist deshalb die Einpflanzung einer Gefäßstütze zwischen unterer Hohlvene und der Pfortader. Dazu wird am Hals eine Vene punktiert und mit einem Katheter die Gefäßstütze eingepflanzt. Eine der Schwierigkeiten nach dieser Behandlungsmethode ist jedoch eine mögliche Wiederverengung im Bereich der Gefäßstütze, die in bis zu 50% der Patienten innerhalb eines Jahres auftreten kann.

Sollte während Kontroll-Untersuchungen der Verdacht auf eine Verengung oder einen Verschluß der Gefäßstütze auftreten, könnten auch angiografische Kontrollen oder therapeutische Maßnahmen bestehend in der Aufdehnung der Gefäßprothese mit einem Ballon oder weitere Implantation einer Gefäßstütze notwendig werden.

Gefäßzentrum am Jüdischen Krankenhaus

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