Was ist Lungenkrebsscreening?
Lungenkrebs gehört zu den häufigsten und gleichzeitig tödlichsten Krebserkrankungen, weil er oft erst spät diagnostiziert wird. Ein gezieltes Lungenkrebsscreening mittels Niedrigdosis-Computertomographie (Low-Dose-CT) ermöglicht die frühzeitige Erkennung verdächtiger Veränderungen der Lunge – noch bevor Beschwerden auftreten. Studien zeigen, dass durch ein strukturiertes Screening die Lungenkrebssterblichkeit deutlich gesenkt werden kann.
Warum lohnt sich ein Screening?
Vorteile
- Früherkennung vor Symptomen: Tumore können erkannt werden, bevor sie Beschwerden machen – in einem oft besser behandelbaren Stadium.
- Sterblichkeitsreduktion: Studien wie NLST und NELSON zeigen erhebliche Vorteile gegenüber Röntgenuntersuchungen.
- Gezielte Risikogruppen: Personen mit starker Raucheranamnese profitieren am meisten.
Nebenwirkungen & Risiken
- Niedrigdosis-CT-Strahlung ist gering, aber vorhanden.
- Falsch-positive Befunde können zu unnötigen Folgeuntersuchungen führen.
- Überdiagnosen (Detektion von Tumoren, die nicht klinisch relevant wären) sind möglich.
Für wen ist das Lungenkrebsscreening geeignet?
Gemäß aktuellen Empfehlungen und Programmen richtet sich das Screening an Personen mit erhöhtem Risiko:
Typische Einschlusskriterien sind:
- Alter zwischen 50 – 75 Jahren.
- Aktuell Raucher oder Rauchstopp vor weniger als 10 Jahre
- Mindestens 25 Jahre geraucht
- Mindestens 15 Packungsjahre
- Keine bekannte Lungenkrebserkrankung
- Letzte CT-Thorax-Untersuchung mehr als 12 Monate zurückliegend
- Keine bekannte schwere Vorerkrankung, die eine potentiell heilende Behandlung ausschließt
So läuft das Screening bei uns ab
Schritt für Schritt
- Ihr Allgemeinmediziner, Hausarzt, Internist oder Arbeitsmediziner stellt fest, dass Sie am Screening teilnehmen dürfen und stellt Ihnen einen Überweisungsschein aus.
- Terminvereinbarung
- Low-Dose-CT-Untersuchung
In kurzer Zeit wird eine strahlungsarme CT-Aufnahme der Lunge durchgeführt. - Auswertung
Die Aufnahmen werden von speziell qualifizierten Radiologinnen und Radiologen ausgewertet. Bei unklaren Befunden leiten wir die Aufnahmen an spezielle Lungenkrebszentren zur Zweitbefundung weiter. Abschließend bekommen Sie von uns einen Bericht mit entsprechenden Empfehlungen (unauffälliger Befund, auffälliger Befund, Empfehlung zur Vorstellung im Zentrum, etc.)
Häufige Fragen
Ist das Screening schmerzhaft?
Nein – die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
Wie hoch ist die Strahlenbelastung?
Die Low-Dose-CT verwendet eine reduzierte Dosis im Vergleich zu regulären CT-Untersuchungen.
Wer übernimmt die Kosten?
In Deutschland wird das Lungenkrebsscreening für Hochrisikopersonen von gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.
Was passiert bei auffälligen Befunden?
Wir erklären Ihnen die nächsten Schritte – von kürzeren Kontrollintervallen bis hin zu weiterführenden diagnostischen Maßnahmen.